Noch «hitzige Diskussionen» zu neuer Weinverordnung erwartet

Die Weinbranche steht im neuen Jahr vor der Herausforderung, mit Blick auf das veränderte Weinrecht regionale Profile zu schärfen und so auch die Absatzchancen im Ausland zu verbessern. «Wir wollen den Umstieg und wollen das auch werblich nutzen», sagte der Präsident des Deutschen Weinbauverbands, Klaus Schneider, am Montag auf einem weinbaupolitischen Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Die erste Reform des Weinrechts seit 50 Jahren biete die Chance, die Herstellung von Wein an das europäische Bezeichnungssystem anzupassen und verständlicher für Verbraucher zu gestalten, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zu Beginn der Videokonferenz. Nach der Verabschiedung des neuen Weingesetzes sorge der im Dezember vorlegte Entwurf für die Weinverordnung noch für «hitzige Diskussionen» in der Branche.


Dabei gehe es um die Kennzeichnung von Großlagen als Regionen und um die Bezeichnung von Weinen deutscher Betriebe aus grenznahen Weinbergen im Elsass oder in Luxemburg. Die Landesregierung mit Weinbauminister Volker Wissing (FDP) werde sich auf der Bundesratssitzung im März für die Interessen der Winzer einsetzen, kündigte Dreyer an.


«In dem Entwurf stehen Dinge drin, über die wir noch einmal reden müssen», sagte Verbandspräsident Schneider. Es sei aber zu begrüßen, dass eine lange Übergangsfrist vorgesehen sei. So könnten die Winzer ihre Weine bis einschließlich des Jahrgangs 2025 weiter nach dem alten System etikettieren und vermarkten könnten. Wichtig sei im neuen Jahr auch, den Strukturwandel im Weinbau weiter voranzutreiben: «Die Betriebe müssen größer werden, um lukrativ arbeiten zu können.»


Die pfälzische Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen (SPD) räumte ein, «dass international der deutsche Wein einen schwierigen Stand hat». Die jetzt beschlossene Stärkung der Absatzförderung sei daher ein wichtiger Baustein, den deutschen Wein über das Deutsche Weininstitut (DWI) besser vermarkten zu können.

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